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Ruda Canyoning

Die meisten Leute kennen die Scala di Santa Regina unterhalb des Niolo nur vom Durchfahren. Dass man hier auch schöne Wanderungen und zwei tolle Canyoning-Touren machen kann, wissen die wenigsten.

 

Die Felsformationen in der Scala di Santa Regina sind wunderschön, ähnlich jenen in den Calanches. Etwas oberhalb der schmalen D84 verläuft die alte Verkehrsverbindung, ein mühsam erstellter Weg, der noch bis Ende des 19. Jahrhunderts die einzige Verbindung ins Niolo darstellte.

 

Die Tour wird in der Hochsaison zwar oft von Gruppen begangen, doch hat man meist seine Ruhe, wenn man morgens nicht allzu früh einsteigt. Am Einstieg findet man eine hübsche kleine Genueserbrücke und kurz vor dem Ausstieg steht ein weiteres schönes Exemplar, das allerdings etwas jüngeren Datums ist.

Anmerkung:

Der Fluss darf vom 1. Oktober bis am 30. April nicht begangen werden. Dies wurde von der Gemeinde Corscia im Jahr 1998 beschlossen. Französische Canyoning-Führer schreiben, dass man sich in der anderen Zeit auf der Mairie melden soll. Das haben wir gemacht, man hat uns aber nur komisch angeschaut. Folglich kann man sich diese kleine Mühe sparen.

Ausrüstung

  • Neoprenanzug, Helm, übliche Canyoning-Ausrüstung
  • Seil: 2 x 20 m

 

Anfahrt

Von Corte aus fährt man auf der T20 Richtung Bastia und biegt bei Francardo auf die D84 nach Calacuccia/Porto ab. Man folgt nun dem Flusslauf des Golo, überquert diesen bei Ponte Castirla und biegt bleibt danach, links abbiegend, auf der D84. Schon bald wird das Tal enger und man kommt in die Scala di Santa Regina. Nun heisst es aufpassen, will man den Ruda nicht verpassen! In der Schlucht überquert die D84 einige kleine Brücken, unter denen im Sommer allerdings kein Wasser durchfliesst. Eine Ausnahme gibt es, und das ist der Ruda. Unmittelbar vor der Brücke über den Ruda gibt es auf der rechten Seite eine kleine Parkbucht, die drei Autos Platz bietet. Hier stellt man das erste Fahrzeug ab.

 

Mit dem zweiten Fahrzeug (oder wenn man nur eines zu Verfügung hat mit demselben) fährt man weiter und biegt 2.3 km später rechts auf die D718 nach Corscia ab. An der Kreuzung, bei der man auf die D618 trifft, biegt man rechts ab. Das Auto parkt man beim Bürgermeisteramt (Mairie), einem lachsfarbenen Gebäude in einer Haarnadelkurve.

 

Zustieg

Bei der oben erwähnten Haarnadelkurve führt eine Piste in östlicher Richtung weg. Nach 200 m zweigt links ein Wanderweg ab. Diesem folgt man und stösst so etwas später nochmals auf dieselbe Piste. Dieser folgt man bis zu einer Haarnadelkurve und geht dort geradeaus. Man kommt an einer Gedenkstätte eines Canadair-Piloten vorbei, der in den 90er-Jahren mit seinem Löschflugzeug abgestürzt ist.

Ruda Canyoning: Die Tour

Zu Beginn der Tour durchquert man mehrere kleine Becken, in die man oft auch springen kann. Nach einer knappen halben Stunde erreicht man die erste Abseilstelle, die knapp 10 m hoch ist. Danach geht man zwischen zwei Felswänden durch und kommt zu einer weiteren, schräg abfallenden Stufe, die ohne Seil überwunden werden kann. Gleich darauf ist ein Sprung aus 8 m Höhe möglich oder man seilt ab.

 

Eine Viertelstunde später erreicht man den interessantesten Teil der Tour und zugleich die höchste Abseilstelle. Man seilt zwischen riesigen Felsblöcken rund 18 m ab. Es soll auch möglich sein, vom oberen grossen Block auf den kleinen abzuseilen, bei welchem sich ein weiterer Bohrhaken befindet. Wir entschieden uns aber für die schnellere Variante ohne Seil umhängen.

 

Kurz darauf kommt man nochmals zu einem grossen Felsblock. Auch hier hat man wieder zwei Möglichkeiten. Diesmal entschieden wir uns über den Block abzuseilen, was den Vorteil hat, dass man am Schluss freischwebend zu Wasser gleitet. Den Bohrhaken erreichten wir über ein bereits installiertes Fixseil.

 

Im weiteren Verlauf überwindet man einige kleine Stufen wo wieder einige kleine Sprünge möglich sind und kommt so zu einer schönen Brücke, über die einst der einzige Verkehrsweg durch die Scala di Santa Regina führte. Für diejenigen, die nur in Corscia ein Auto stehen haben, endet hier die Tour. Wer unten ein zweites Auto abgestellt hat, muss sich hier entscheiden. Entweder geht man im Bach nochmals eine Viertelstunde weiter oder man spart sich die letzten eher langweiligen Meter und steigt ebenfalls hier aus.

 

Der Rückweg

Wer zu Fuss nach Corscia muss, folgt dem schön angelegten und im Zickzack aufwärts führenden Weg – Ancienne Scala und erreicht so den Ausgangspunkt in einer guten Stunde. Die Anstrengung wird mit einer tollen Aussicht auf die Scala di Santa Regina belohnt!

 

Hat man unten ein Auto gestellt, folgt man dem Wanderweg in die entgegengesetzte Richtung und verlässt diesen, sobald man unter sich die D84 sieht, wo das Auto in der kleinen Parkbucht steht.

 

Wer vom Wasser noch nicht genug hat, kann die letzten Meter auch im Bach zurücklegen. Dabei sind noch zwei, drei kleine Stufen zu überwinden.

 

Unterkünfte

Im Niolo findet man drei Campingplätze: Camping U Monte Cintu und Camping L’Arimone in Lozzi und unten im Tal den Camping Acqua Viva in Calacuccia.

Canyoning

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