Korsika mit dem Motorrad – 1. Etappe: Cap Corse
Wer mit der Fähre in Bastia ankommt, setzt bei der Ausfahrt aus dem Hafen den Blinker rechts und biegt so auf die D80 ab, welche das Cap Corse umrundet. Das Cap ist eine 40 km lange und zwischen 10 und 15 km breite Halbinsel, die wie ein Zeigefinger nach Norden weist. Entlang der Ostküste führt die Strasse nur wenige Meter oberhalb des Meeres entlang. Ganz im Norden bietet sich eine Zusatzschlaufe zur äussersten Nordspitze ab. Die Eindrücke steigern sich immer mehr, wenn man dann entlang der zerklüfteten Westküste hoch über dem Meer gen Süden fährt. Zielort ist St-Florent, das korsische St-Tropez, das mit einem schönen Jachthafen aufwartet. Auf der Tour gibt es ein paar Varianten, die sich vor allem für jene Biker lohnt, die schon am Morgen mit der Fähre ankommen.
Fakten zur 1. Etappe
Karten der 1. Etappe
1. Etappe (lang)
1. Etappe (kurz)
Tourenbeschreibung der 1. Etappe
Der Wecker klingelte bereits um 5.30 Uhr. Ich verzichtete auf eine Frühstück an Bord und ging an Deck, um die Einfahrt in den Hafen von Bastia zu sehen. Diese Idee hatten aber noch viele andere und so war es draussen, wo es schon richtig warm war, sehr voll. Mit meinem Topcase, dem Helm und dem Tankrucksack war es nicht einfach, zu meinem Motorrad zu kommen. Zu eng standen die Autos. Schlussendlich fand ich dann doch noch einen Weg durch das Labyrinth. Es dauerte eine Weile, bis auch die Motorräder Platz für die Ausfahrt hatten. Zum ersten Mal fuhr ich mit einem Motorrad von der Fähre! Zeit fürs Frühstück. Diese nahm ich auf der Place Saint Nicolas, dem grossen, zentralen Platz in Bastia, ein. Danach machte ich eine Zusatzschleife. Eigentlich stand die Umrundung des Cap Corse auf dem Programm, aber zuerst wollte ich durch die Défilé du Lancone fahren. So ging es auf der T11 langweilig, aber zügig südwärts. Nach einer Weile biegt man an einem Kreisverkehr links ab und fährt erst durch ein Quartier mit Einfamilienhäusern. Schliesslich wird die Strasse eng und der Belag etwas holperig, aber landschaftlich ist es sehr schön. Am grossen Kreisverkehr, an dem ich morgen nochmals vorbei kommen werde, nahm ich die erste Ausfahrt und fuhr durch Oletta. Die Aussicht von der D82 und später von der D38 Richtung Weingebiet von Patrimonio und St-Florent – dem heutigen Etappenziel – ist herrlich. Die Strasse hatte ich von früher noch eng und mit Schlaglöchern durchzogen in Erinnerung. Heute zeigte sie sich aber frisch ausgebaut. Schliesslich erreichte ich den Col de Teghime, der Bastia mit St-Florent verbindet. Von hier aus hat man einen herrlichen Ausblick auf die nördliche Ostküste und den Etang de Biguglia. Danach ging es wieder Richtung Bastia. Ich bog dann aber auf die D64 nach Cardo ab und machte einen Halt beim Aussichtpunkt oberhalb von Bastia. Weiter ging es über San-Martino-di-Lota und Santa-Maria-di-Lota hinunter nach Miomo. Nun folgte ich der Küstenstrasse, der D80 bis nach Santa-Severa. Hier bog ich auf die D180 ab und fuhr über Luri auf den Col de Santa Lucia. Von hier aus führt eine schmale Strasse etwas weiter aufwärts. Hier beginnt die kleine Wanderung zur Tour de Sénèque. Ich sparte mir in der Hitze die Höhenmeter und liess die Drohne steigen. Hinter dem Pass gelangt man nach Pino an der Westküste des Cap Corse, wo ich rechts abbog. Ich folgte der D80 nordwärts bis Morsiglia. Dieses Stück werde ich am Nachmittag ein weiteres Mal, aber in der entgegengesetzten Richtung, befahren. In Morsiglia nahm ich die schmale D35, auf welcher ich das Cap Corse ein weiteres Mal überquerte. Die Aussicht auf die Küste ist herrlich. In Meria war ich wieder an der Ostküste und fuhr nach Macinaggio. Hier ass ich im U Scalu eine Lasagne zu Mittag. Schliesslich folgte die dritte Cap-Überquerung. Allerdings legte ich in Ersa noch eine Zusatzschlaufe zur Nordspitze des Cap Corse ein. Die schmale D153 führt ins schöne Dörfchen Tollare, das mit einem frisch renovierten Genueserturm aufwarten kann. Weiter ging es nach Barcaggio und dann auf der D253 zurück nach Ersa. Vom Col de la Serra aus hat man einen herrlichen Blick auf die Westküste des Cap Corse und – wenn es klar ist – auf die höchsten Gipfel Korsikas, allen voran der Monte Cinto mit seinen 2706 m. Heute allerdings war es zu diesig. Hier erblickt man drei Windmühlen. Eine davon, die Moulin Mattei, ist schön restauriert und man kann dort hochspazieren. Die anderen beiden sind nur noch Ruinen und werden von Ziegen bevölkert. Weit unten entdeckt man das Fischerdorf Centuri Port, das der nächste Ort meiner Tour war. Hierfür biegt man wenig später auf die schmale D35 ab, die einen hinunter ans Meer bringt. In Centuri arbeitete ich im Sommer 2000 als Kellner im Restaurant Le Langoustier. Einen Besuch bei der Besitzerfamilie hebe ich mir aber für den letzten Tag meiner Reise auf. Nun folgte die Westküste des Cap Corse. Zuerst fuhr ich über Mute auf der D35 hoch nach Morsiglia und dann auf der D80 nach Pino und dann nach Minervio. Dort wechselte ich auf die obere Strasse, die D33, der ich bis Canari folgte. Hier machte ich einen kleinen Abstecher zum Glockenturm. Schliesslich ging es wieder hinunter auf die D80. In Nonza war wie immer sehr viel los. Zwar konnte ich mit dem Motorrad gut parken, aber die Lust, zum Turm hinaufzusteigen, fehlte. So fuhr ich direkt nach St-Florent ins Hotel, wo ich zuerst eine eiskalte Dusche nahm und dann im Pool weiter abkühlte. Nachdem ich von allen Kameras die Bilder auf den PC geladen hatte, war es schon halb neun und so fuhr ich die knapp 2 Kilometer ins Zentrum, wo ich im Restaurant l’Europe ein Rindstatar genoss.




