Korsika mit dem Motorrad – eine Rundreise in 8 Tagen
Schon fast 100 Mal habe ich die Insel Korsika besucht. Dort mietete ich auch immer wieder einmal einen 125-er oder 250-er-Scooter für einen Tag. Es macht einfach unglaublich viel Spass, Korsika auf zwei Rädern zu entdecken. Nun habe ich mir im August 2025 eine BMW F 800 GS gekauft. Damit geht es vom 20. – 30. Juli 2026 auf die Insel und dann entsteht hier eine ausführliche Beschreibung einer kompletten Rundreise durch Korsika mit dem Motorrad.
Achtung: Wegen Problemen mit der Bildbearbeitungssoftware werden die Bilder erst nach meiner Rückkehr in diese Seite integriert. Auf Instagram (siehe im Header) sind aber jetzt schon einige Bilder zu sehen.
20. Juli: Anreise von Mosnang über das Piemont nach Savona
593 km
Je nachdem, wo man wohnt, wählt man eine andere Route zu einem italienischen oder französischen Fährhafen. Für mich, der in der Ostschweiz wohnt, ist Savona der ideale Hafen. Mit dem Auto benötigen wir rund 6 Stunden. Anders sieht es natürlich mit dem Töff, dem Motorrad, aus. Hier ist ja nicht nur der Fährhafen das Ziel, sondern auch der Weg dorthin. Mein Plan sah folgendermassen aus: Abfahrt in Mosnang um 9 Uhr, zügig zum San Bernardino, den Pass überqueren und danach zügig bis nach Alba und dann durch die Weinberge des Piemont bis nach Savona. Dies war zumindest der Plan. Aber es kam anders. Kurz vor dem Pass fuhr ich in den Stau. Grund dafür war eine vierstündige Tunnelsperrung wegen eines Unfalls. Lastwagen und Busse wurden auf dem Parkplatz angehalten. Alle Autos leitete man über den Pass. Schon von unten sah man, dass sich diese etwa im Schritttempo die schmale Strasse hoch oder runter zwängten. Darauf hatte ich nun definitiv keine Lust. Daher entschied ich mich, umzudrehen und über den Splügenpass zu fahren. Diesen bin ich schon zweimal von Süd nach Nord gefahren, aber noch nie umgekehrt. Ich war nicht der einzige mit dieser Idee, aber der Verkehr hielt sich – von der Baustelle einmal abgesehen – in Grenzen. Ab Chiavenna fuhr ich auf der SS36 entlang des Comersees nach Mailand. Eine sehr langweilige Strecke, aber man kommt voran. Trotzdem merkte ich, dass es mit den Weinbergen des Piemonts aus zeitlichen Gründen nichts mehr werden wird. Somit fuhr ich ab Mailand auf der Autobahn bis kurz nach Genua. In Arenzano verliess ich diese und fuhr auf der bekannten Via Aurelia, der SS1 bis nach Vado Ligurie, wo ich neben anderen Motorradfahrern – es gibt noch andere Verrückte, die im Hochsommer mit dem Bike nach Korsika fahren – auf das Einschiffen. Zwei ältere Herren kamen gar aus England. Cool ist, dass man mit dem Motorrad als einer der ersten auf das Schiff kann und so konnte ich meine Kabine auf der Mega Express 4 von Corsica Ferries schnell beziehen. Nach einer kalten Dusche gönnte ich mir ein Nachtessen im bedienten Restaurant. Die Abfahrt aus dem Hafen verpasste ich so allerdings.
21. Juli: Die Umrundung des Cap Corse
220 km
Der Wecker klingelte bereits um 5.30 Uhr. Ich verzichtete auf eine Frühstück an Bord und ging an Deck, um die Einfahrt in den Hafen von Bastia zu sehen. Diese Idee hatten aber noch viele andere und so war es draussen, wo es schon richtig warm war, sehr voll. Mit meinem Topcase, dem Helm und dem Tankrucksack war es nicht einfach, zu meinem Motorrad zu kommen. Zu eng standen die Autos. Schlussendlich fand ich dann doch noch einen Weg durch das Labyrinth. Es dauerte eine Weile, bis auch die Motorräder Platz für die Ausfahrt hatten. Zum ersten Mal fuhr ich mit einem Motorrad von der Fähre! Zeit fürs Frühstück. Diese nahm ich auf der Place Saint Nicolas, dem grossen, zentralen Platz in Bastia, ein. Danach machte ich eine Zusatzschleife. Eigentlich stand die Umrundung des Cap Corse auf dem Programm, aber zuerst wollte ich durch die Défilé du Lancone fahren. So ging es auf der T11 langweilig, aber zügig südwärts. Nach einer Weile biegt man an einem Kreisverkehr links ab und fährt erst durch ein Quartier mit Einfamilienhäusern. Schliesslich wird die Strasse eng und der Belag etwas holperig, aber landschaftlich ist es sehr schön. Am grossen Kreisverkehr, an dem ich morgen nochmals vorbei kommen werde, nahm ich die erste Ausfahrt und fuhr durch Oletta. Die Aussicht von der D82 und später von der D38 Richtung Weingebiet von Patrimonio und St-Florent – dem heutigen Etappenziel – ist herrlich. Die Strasse hatte ich von früher noch eng und mit Schlaglöchern durchzogen in Erinnerung. Heute zeigte sie sich aber frisch ausgebaut. Schliesslich erreichte ich den Col de Teghime, der Bastia mit St-Florent verbindet. Von hier aus hat man einen herrlichen Ausblick auf die nördliche Ostküste und den Etang de Biguglia. Danach ging es wieder Richtung Bastia. Ich bog dann aber auf die D64 nach Cardo ab und machte einen Halt beim Aussichtpunkt oberhalb von Bastia. Weiter ging es über San-Martino-di-Lota und Santa-Maria-di-Lota hinunter nach Miomo. Nun folgte ich der Küstenstrasse, der D80 bis nach Santa-Severa. Hier bog ich auf die D180 ab und fuhr über Luri auf den Col de Santa Lucia. Von hier aus führt eine schmale Strasse etwas weiter aufwärts. Hier beginnt die kleine Wanderung zur Tour de Sénèque. Ich sparte mir in der Hitze die Höhenmeter und liess die Drohne steigen. Hinter dem Pass gelangt man nach Pino an der Westküste des Cap Corse, wo ich rechts abbog. Ich folgte der D80 nordwärts bis Morsiglia. Dieses Stück werde ich am Nachmittag ein weiteres Mal, aber in der entgegengesetzten Richtung, befahren. In Morsiglia nahm ich die schmale D35, auf welcher ich das Cap Corse ein weiteres Mal überquerte. Die Aussicht auf die Küste ist herrlich. In Meria war ich wieder an der Ostküste und fuhr nach Macinaggio. Hier ass ich im U Scalu eine Lasagne zu Mittag. Schliesslich folgte die dritte Cap-Überquerung. Allerdings legte ich in Ersa noch eine Zusatzschlaufe zur Nordspitze des Cap Corse ein. Die schmale D153 führt ins schöne Dörfchen Tollare, das mit einem frisch renovierten Genueserturm aufwarten kann. Weiter ging es nach Barcaggio und dann auf der D253 zurück nach Ersa. Vom Col de la Serra aus hat man einen herrlichen Blick auf die Westküste des Cap Corse und – wenn es klar ist – auf die höchsten Gipfel Korsikas, allen voran der Monte Cinto mit seinen 2706 m. Heute allerdings war es zu diesig. Hier erblickt man drei Windmühlen. Eine davon, die Moulin Mattei, ist schön restauriert und man kann dort hochspazieren. Die anderen beiden sind nur noch Ruinen und werden von Ziegen bevölkert. Weit unten entdeckt man das Fischerdorf Centuri Port, das der nächste Ort meiner Tour war. Hierfür biegt man wenig später auf die schmale D35 ab, die einen hinunter ans Meer bringt. In Centuri arbeitete ich im Sommer 2000 als Kellner im Restaurant Le Langoustier. Einen Besuch bei der Besitzerfamilie hebe ich mir aber für den letzten Tag meiner Reise auf. Nun folgte die Westküste des Cap Corse. Zuerst fuhr ich über Mute auf der D35 hoch nach Morsiglia und dann auf der D80 nach Pino und dann nach Minervio. Dort wechselte ich auf die obere Strasse, die D33, der ich bis Canari folgte. Hier machte ich einen kleinen Abstecher zum Glockenturm. Schliesslich ging es wieder hinunter auf die D80. In Nonza war wie immer sehr viel los. Zwar konnte ich mit dem Motorrad gut parken, aber die Lust, zum Turm hinaufzusteigen, fehlte. So fuhr ich direkt nach St-Florent ins Hotel, wo ich zuerst eine eiskalte Dusche nahm und dann im Pool weiter abkühlte. Nachdem ich von allen Kameras die Bilder auf den PC geladen hatte, war es schon halb neun und so fuhr ich die knapp 2 Kilometer ins Zentrum, wo ich im Restaurant l’Europe ein Rindstatar genoss.
22. Juli: Das Ascotal und die Balagne
268 km
Der Wecker klingelte schon um 7.15 Uhr. Ab 8 Uhr gab es Frühstück und ich wollte vorher schon die Boxen grösstenteils packen. Das Buffet war sehr vielfältig und reichhaltig. Schade, dass ich so «früh» am Morgen noch kaum etwas essen kann. So mussten zwei Cappuccinos reichen. Punkt 9 Uhr war das Motorrad startklar. Noch tanken und schon konnte es losgehen Richtung Poggio-d’Oletta. Auf der schmalen und kaum befahrenen D238 überfuhr ich beinahe eine Schlange, welche die Strasse überquerte. Ich durchquerte Oletta und Olmeto-di-Tuda und kam wieder zum grossen Kreisverkehr, an dem ich gestern durchfuhr. Bei der romanischen Kirche San Michele de Murato machte ich einen kurzen Stopp und bezahlte die 2 Euro Eintritt für die Besichtigung der Kirche. Weiter ging es durch die Dörfer des Nebbio: Rapale, Piève, Sorio, San-Gavino-di Tenda und San-Pietro-di-Tenda. Im Nachhinein würde ich diesen Teil der Etappe weglassen. Mit rund 270 km ist die zu absolvierende Strecke recht lang und wenn man das Nebbio werglässt, hat man im Ascotal Zeit für ein kühles Bad in einer der vielen Badegumpen. Auf der D81 durchquerte ich zügig die Désert des Agriates. Ein Abstecher auf die Saleccia-Piste hinunter zu den herrlichen Stränden musste ich aus mehreren Gründen weglassen: Zu wenig Zeit, falsche Reifen, volle Bepackung des Bikes. Kaum auf der T30 angekommen, ging es gleich auf eine schmale und holprige Strasse, die mich nach Novella brachte. Dahinter erreicht ich die RT301, die ehemalige Nationalstrasse. Diese ist mittlerweile bei Kühen sehr beliebt. Die breite Strasse mit den schönen Kurven ist teilweise mit Kuhfladen übersäht, also Achtung! Kaum auf der T30, verliess ich diese auch schon wieder und fuhr auf der D47 und wenig später auf der D147 das Ascotal hoch. Das Ascotal ist wohl die schönste Sackgasse Korsikas! Nachdem man die Ascoschlucht durchquert hat, schraubt sich die Strasse bis hinauf nach Haut-Asco, wo sich eine Skistation befindet. Hier fuhr ich im Winter 2022/23 einen Tag Ski und hier startete ich auch schon zweimal eine Tour auf dem GR20, einmal vier Tag nach Süden und einmal zwei Tage nach Norden. Nach einer Charcuterie im Le Chalet fuhr ich das Tal wieder hinab. Über Moltifao und Castifao gelangte ich ins Tartagine-Tal, wo ich die Genueserbrücke von Piana besuchte. Über einsame und schmale Strassen wie die D547, D963 und die etwas breitere D63 erreichte ich den Col de la Battaglia (1103 m). Von hier oben hat man eine herrliche Aussicht auf die Balagne und die Zweitausender im Süden. Die Fahrt hinunter nach Speloncato macht richtig Spass. Ich durchfuhr Speloncato und folgt danach der D71 durch die Balagne. Auf dieser «Schnellstrasse» fährt man an einigen schönen Dörfern vorbei, die entweder oberhalb der D71 oder dann unterhalb liegen. Jeweils schmalere Zufahrtsstrassen führen dorthin. Da ich aber jedes Balagne-Dorf kenne, liess ich diese aus. Auch den geplanten Abstecher nach Sant’Antonino liess ich weg. Bei Cateri nahm ich die D151 Richtung Montegrossu und überquerte so den Col de Salvi (534 m). Nun hat man eine herrliche Aussicht auf die Bucht von Calvi und das Hinterland, die westliche Balagne. Die D151 führt über die Dörfer Montemaggiore, vorbei an Lunghignano und Cassano, durch Zilia bis nach Calenzana. Hier bog ich auf die D51 nach Moncale ab. Diese führt hinunter ins Figarella-Tal, wo man auf die D81 trifft, auf der man, vorbei am Flughafen, kurz vor Calvi auf die T30 gelangt. Gegen 17.30 Uhr erreicht ich das Hotel Cyrnea, wo ich ein geräumiges Zimmer habe. Zum Nachtessen fuhr ich mit dem Motorrad in den Hafen.
23. Juli: Die nördliche Westküste – von Calvi nach Porto
265 km
Übernachtung im Hotel Le Marina in Porto
Wieder klingelte der Wecker um 7.15 Uhr. Das Frühstück im Hotel geht nach Wahl. Man nimmt entweder die kleiner Variante (Kaffee, Croissant, Fruchtsaft) oder man geht ans Buffet mit Wurst und Käse und noch viel mehr. Ich, als nicht Frühstück-Esser, entschied mich für die kleine Variante. Nachdem alles gepackt und verladen war, fuhr ich zum Tanken. Erste Station des Tages war die Kapelle Notre-Dame de la Serra, von wo aus man einen herrlichen Blick auf die Bucht von Calvi hat. Danach folgte ich der D81b entlang der Westküste. Diese Strasse bietet herrliche Ausblicke auf das Meer, ist allerdings stellenweise in einem sehr schlechten Zustand. Man wird auf dem Motorrad regelrecht durchgeschüttelt. Galéria liess ich rechts liegen. Das Fangotal war gemäss Schildern wegen Waldbrandgefahr gesperrt, aber man konnte dennoch reinfahren und das machten viele. Ich fuhr allerdings nur bis zur Ponte Vecchio, machte ein paar Fotos und fuhr dann wieder talauswärts. Zügig ging es hoch auf den Col de Palmarella (408 m). Die Aussicht auf die Bucht von Girolata ist herrlich. Hier beginnt der bekannte Postbote-Weg nach Girolata. Bald erreichte ich den Col de la Croix. Kurz vor Porto kam das nächste Highlight: Die Steilküste mit dem herrlichen Ausblick auf den ganzen Golf. Ich fuhr gleich drei Mal durch und liess auch die Drohne steigen. Dann erreichte ich Porto, meinen Etappenort. Aber das wäre dann doch etwas wenig gewesen. Somit ging es auf eine Zusatzschlaufe. Ich fuhr auf der D84 hoch Richtung Col de Vergio, bog dann aber auf die D25 über Chidazzu und Marignana ab. Danach ging es auf die D70, welche mich in schönen Kehren über den Col de Sevi (1101 m) brachten. In Vico ass ich einen Salade de Chèvre Chaud zu Mittag und unterhielt mich dabei mit einem älteren französischen Pärchen. Er fuhr früher auch Motorrad. Nach dem Essen ging es auf der D23 nach Murzo und dann über die sehr schmale D4 zum verlassenen Dorf Muna. Hier hielt ich aber nicht an, da ich den Ort schon gut kenne. Die Strasse ist lohnend und auch die Ausblicke in die Liamone-Schlucht ist sehr schön. Über Rosazia, Salice und Azzana gelangte ich auf die D125, die dem Cruzzini flussabwärts folgt. Hier hat es schöne und unbekannte Badestellen. Weiter ging es über Lopigna, Arro und Ambiegna und dann auf der D25 und der D601 hinunter ans Meer in den Golf von Sagone. Hier traf ich auf die D81, die mich nordwärts über Tiuccia, Sagone und Cargèse nach Piana brachte. In Piana bog ich auf die D824 Richtung Arone-Strand ab. Diese Strasse bietet unglaubliche Ausblicke auf den Golf von Porto. Beim Ausgangspunkt zur Wanderung zum Capu Rossu, einer der schönsten Wanderungen Korsikas, wendete ich und fuhr zurück nach Piana. Auf dem Weg nach Porto durchquert man die Calanches de Piana, einem der Highlights Korsikas. Für die Beschreibung des Calanches gibt es keine Worte. Ich fuhr einmal durch, wendete, fuhr ein zweites Mal durch und dann noch ein drittes Mal. Auch die Drohne liess ich steigen. Schliesslich gelangte ich zu meinem Hotel in Porto, dem Hotel A Marina. Nach einer kalten Dusche und einer weitern Abkühlung im Hotelpool ging ich zum Strand von Porto, liess die Drohe steigen und ass danach im Restaurant El Toro ein wunderbares Tartar auf einem warmen Knochen. Ein Gedicht!
24. Juli: Von Porto nach Corte
174 km
Übernachtung im Hotel Sampiero Corso in Corte.
Das Hotel A Marina ist etwas in die Jahre gekommen und das Personal war etwas verpeilt. Als ich zum Frühstück kam, war zwar bereits gedeckt, aber sonst war man noch nicht bereit. Für 12 Euro war das Frühstück dann auch sehr bescheiden: Kaffee aus der Filtermaschine und ein Fruchtsaft, ein Croissant, etwas Baguette und zwei verpackte Dinger, Toast und ein Cookie oder so, das wars. Ich nahm das Frühstück auf der schönen Terrasse ein, wurde dort aber belagert von einer hungrigen Taube und aggressiven Wespen. Wirklich kein Genuss.
Gegen 9 Uhr war ich bei der Tankstelle und im Spar holte ich noch eine Flasche Wasser. Auf der D124 fuhr ich über Ota zur Genueserbrücke Pianello, wo ich fotografierte. Danach ging es auf der D84 durch Evisa und dann hoch auf den Col de Vergio (1477 m), dem höchsten befahrbaren Pass Korsikas. Es folgte die Abfahrt ins Niolo. Dabei durchquert man den Schwarzwald, den Valdu Niellu. Einen Halt machte ich bei der Quelle Carulina, wo ich mein Kühl-Gilet auffrischte. Bei der Ponte Altu machte ich einen weiteren Stopp. Ich um rundete einmal den Stausee von Calacuccia und durchfuhr dann die Scala di Santa Regina gleich drei Mal. Die Schlucht ist einfach zu schön. Bei Francardo stehen alte Züge der korsischen Eisenbahn herum. Diese können betreten werden, ein schöner Lost-Place. Nach einem kurzen Stück auf der T20 bog ich auf die D39 ab. Diese brachte mich entlang des Flusses Casaluna nach San-Lorenzo und weiter über Carbini und Carticasi nach Bustanico und dann zum Kloster d’Alando. Hier bog ich links auf die D339 ab. Bei Sant’Andrea di Boziu bog ich auf die sehr schmale und holprige D539 ab, die mich in mehreren engen Kehren hoch auf die D16 brachte. Dieser folgte ich bis Erbajolu. Auf der D14 ging es hinunter ins Tal. Wenig später bog ich rechts auf die D41 ab. Diese ist äusserst abwechslungsreich und bietet schöne Ausblicke auf die korsische Bergwelt. Man durchquert den schönen Ort Sermano und gelangt über Santa-Lucia-di-Mercurio zum Bilderbuch-Ort Tralonca. Danach geht es hinunter zur T20, die einem nach Corte bringt. Ich übernachte im Hotel Sanpiero Corso, das über eine Motorrad-Garage verfügt. Zum Abendessen traf ich meinem Lehrer-Kollegen Daniel mit seiner Freundin. Wir genossen im L’Annexe ein herrliches Nachtessen.
25. Juli: von Corte nach Ajaccio
217 km
Übernachtung im Hotel Stella di Mare an der Route des Sanguinaires bei Ajaccio
Der Tag startete mit einem katastrophalen Frühstück im Hotel Sampiero Corso in Corte. Es kostete zwar nur 7 Euro, aber da würde ich gerne das Doppelte zahlen, wenn es dafür passen würde. Der Kaffee, für mich das Wichtigste am Frühstück, war ungeniessbar, der Fruchtsaft ebenso. Immerhin schmeckte das Croissant. Ich packte zusammen und belud mein Motorrad, das die Nacht in der Motorradgarage alleine verbracht hatte. Zahlen musste man entweder in bar oder mit Check. Und das, obschon ich über Booking gebucht und dort ja meine Kreditkarte hinterlegt hatte.
Zuerst fuhr ich zur Tankstelle und dann auf der T20 bis nach Vivario. Kurz nach Vivario bog ich auch die D69 ab, die mich über einen der schönsten Pässe Korsikas brachte, den Col de Sorba (1311 m). Danach ging es hinab nach Ghisoni. Am Ort fuhr ich allerdings vorbei, denn die D69 geht Richtung Süden zum Col de Verde. Ich liess es mir aber nicht nehmen, noch zur Skistation Capannelle-Ghisoni zu fahren. Hier bin ich im Winter 2022/23 einen Tag lang Ski gefahren. Der Abstecher führt hinauf bis auf eine Höhe von 1672 m. Von hier aus sieht man sogar die Ostküste. Danach überquerte ich den Col de Verde. Vermutlich heisst er so, weil sogar die Passhöhe inmitten eines grünen Waldes liegt. Aussicht: Fehlanzeige. Da wird es übermorgen auf dem Col de Bavella dann interessanter. Hinter der Passhöhe ist man im Haut-Taravo. Ich durchquerte Cozzano und Zicavo. Unmittelbar hinter Zicavo überquert man die Pont de Camera. Hier findet man ein herrliches Badebecken mit einem Wasserfall. Pünktlich auf die Mittagszeit erreichte ich die Ferme Auberge du Col de la Vaccia. Hier habe ich im Sommer 2021 auf einer intensiven Recherchereise bereits einmal übernachtet. Ich ass eine Charcuterie, die hier so ganz anders ist als sonstwo auf der Insel. Am Tisch nebendran sassen drei einheimische Motorradfahrer. Sie wurden auf meinen Paradisu-Helm aufmerksam und so kamen wir ins Gespräch. Weiter ging es die schmale und kurvenreiche D26 hinab Richtung Olivese. Das erste Stück unterhalb der Herberge wir auch das Stilfserjoch Korsikas genannt. Acht enge Kehren reihen sich aneinander. Später folgen noch ein paar weitere. In Olivese bog ich auf die D757 ab. Diese brachte mich nach Bains de Guitera. Hier bog ich links auf die D83 ab und fuhr durch die Orte Corrano, Zévaco, Frasseto und Campo. An einem Brunnen in Frasseto tauchte ich mein Kühlgilet nochmals ins Wasser. Heute wurde es bis 37 Grad heiss und da war das Gilet doppelt wertvoll. Kurz vor Santa-Maria-Siché führte mich mein Navi auf die D126 und gleich darauf auf die schmale und holperige D26, die mich durch Zigliara führte. Später erreichte ich die T40. Diese letzte Zusatzschlaufe lohnt sich nicht und wird im definitiven GPX-File nicht mehr drin sein. Auf der T40 konnte ich wieder richtig Gas geben und auch die Gänge 5 und 6 einsetzen. Ich durchfuhr Grosseto-Prugna und Cauro und bog kurz nach Cauro gemäss Angaben des Navis auf eine nicht benannte Strasse ab. Das kam mir komisch vor, aber ich folgte der schmalen Strasse trotzdem. Es wurde immer enger und ich musste an Gessler und Willhelm Tell in der Hohlen Gasse denken. Bald aber erreichte ich die D103, die mich über Eccia-Suarella zur D3 brachte. Diese war eigentlich auch mein Ziel, denn sie führte hinauf über Ocana zum Col de Mercurio. Den Spaziergang zum Aussichtspunkt, von wo aus man die Staumauer des Lacs de Tolla erblickt, liess ich aus. Auch in Tolla hielt ich aus Zeitgründen nicht an. Ich durchquerte die kleine und unscheinbare Prunelli-Schlucht und kam so auf die D27, die hinauf nach Bastelica führt. Den Abstecher zum dritten Skigebiet auf Korsika, die Station du Val d’Ese, liess ich aus Zeitgründen ebenfalls weg. Hinter Bastelica führt die D27 über den Col de Scalella (1193 m), den ich in der Tat zum allerersten Mal überquerte! Ich kam hinunter nach Tavera und fuhr gemäss meiner Planung Richtung Ucciani. Die Strasse war aber in einem äusserst schlechten Zustand und sie rüttelte meine BMW und mich so richtig durch. Daher entschloss ich mich, die Weiterfahrt über Carbuccia und Peri wegzulassen und stattdessen auf die T20 hinabzufahren. Diese brachte mich direkt nach Ajaccio. Ich durchquerte die Stadt und folgte der D111, die mich Richtung Iles Sanguinaires brachte, wo sich mein Hotel befand. Ich meldete mich an der Rezeption an und erfuhr, dass ich ein Upgrade erhalten habe. Statt ein kleines Zimmer mit Bergblick bekam ich ein grosses Zimmer mit Balkon direkt oberhalb des Meeres. Auf meiner Reise wird dies das beste Zimmer sein. Ich duschte eiskalt, wusch zwei Merino-T-Shirts und ging danach an den Pool direkt oberhalb des Strandes. Auf der Terrasse am Meer schrieb ich diese Zeilen und genoss danach ein Tartar de Thon.
26. Juli: von Ajaccio nach Propriano
224 km
Übernachtung im Hotel San Damianu in Sartène
Das Frühstück im Hotel Stella di Mare konnte man auf der grossen Sonnenterrasse einnehmen. Nachdem ich alles auf das Motorrad verladen hatte, fuhr ich erst in die «falsche» Richtung, nämlich westwärts zur Tour de la Parata. Ich stellte das Motorrad auf dem grossen Parkplatz ab und ging hinunter ans Meer. Hier liess ich die Drohne steigen und fotografierte den frisch renovierten Genueserturm Tour de la Parata. Danach fuhr ich nach Ajaccio und tankte am Stadtausgang. Zuerst fuhr ich um den Flughafen herum und bog dann auf die D55 nach Porticcio ab. Ich durchfuhr den Ort und fuhr bis zum Strand Mare e Sole. Hier bog ich links ab und blieb somit auf der D55. Diese führte in zahlreichen Kehren bergauf. Irgendwann kommt man an einem markanten Felsen vorbei, der an eine versteinerte Riesenkobra erinnert. Beim Erreichen der Kreuzung biegt man scharf links ab und bleibt so auf der D55. Bald erreicht man den Col de Gradello mit seinem Restaurant. Hier biegt man rechts ab auf die D355. Man hat schöne Ausblicke auf den Golf von Valinco. In einer Kurve biegt man rechts Richtung Serra-di-Ferro ab und erreicht dann die D155. Man durchquert Serra-di-Ferro und kommt hinunter auf die Ebene des Taravo. Links geht es auf die D757, der man talaufwärts folgt. Nach vielen Kurven erreicht man die T40 bei Petreto-Bicchisano. Dieser folgt man Richtung Olmeto und Propriano und biegt am Ortsausgang beim Kreisverkehr auf die D420 ab. Dieser führt über den wunderschönen Col de Saint-Eustache. Vor allem die Abfahrt hinunter nach Aullène ist superschön! In Aullène ist die Verkehrsführung etwas kompliziert. Erst biegt man links und danach gleich rechts Richtung Zonza ab. So bleibt man auf der D420. Etwas nach Serra-di-Scopamène biegt man rechts auf die D20 Richtung Zoza ab. So erreicht man Sainte-Lucie-de-Tallano. Im Ortszentrum biegt man rechts auf die D268 ab und fährt so das Tal hinunter. Rechterhand überspannt die Genueserbrücke Spin’A Cavallu den Rizzanese-Fluss. Wenig später biegt man links auf die (wieder) D69 hinauf nach Sartène ab. Man durchquert das schöne Städtchen und fährt weiter Richtung Bonifacio. Wenig später biegt man rechts Richtung Tizzano ab und folgt der Strasse ein kurzes Stück, ehe er nochmals rechts Richtung Spital geht. Man folgt der D21 bis nach Belvédère und folgt danach der D121 bis hinunter nach Campomoro. Auf dem gleichen Weg geht es zurück nach Belvédère, nur dass man dort links abbiegt und auf der D121 Richtung Propriano fährt. Man erreicht die T40, der man linkerhand folgt. Beim grossen Kreisverkehr fährt man Richtung Propriano und biegt beim Kreisverkehr beim Auchan-Supermarkt auf die D19 Richtung Fozzano ab. Man gewinnt sehr schnell an Höhe und erhascht ab und zu einen schönen Ausblick auf die Küste. Man durchquert Viggianello und Arbellara und erreicht dann Fozzano, den Heimatort der bekannten Colomba Bartoli. Sie ist bekannt als Anstifterin zur Vendetta, der Blutrache. Die Novelle «Colomba» von Prosper Merimée sei an dieser Stelle wärmstens empfohlen. Die Strasse steigt weiter an und man durchquert Santa-Maria-Figaniella mit seiner interessanten Kirche. Danach wird es landschaftlich noch interessanter. Die roten Felsen erinnern an die Calanche de Piana. Man erreicht eine Höhe von 799 m und hat einen herrlichen Ausblick auf die Küste. Danach geht es in vielen Kurven abwärts. Man überquert auf einer unscheinbaren Brücke den Baraci-Bach, der weiter unten herrliche Badebecken bildet. Dort, wo in der Saison viele Autos am Strassenrand parken, befindet sich der Ein- und Ausstieg einer familienfreundlichen Canyoning-Tour. Weiter unten durchquert man Martini und Burgo. Kurz vor dem Kreisverkehr der T40 fährt man am Thermalbad von Baraci vorbei. Im Kreisverkehr nimmt man die zweite Ausfahrt und fährt so ins Zentrum von Propriano.
27. Juli: von Sartène nach Solenzara
204 km
Übernachtung auf dem Camping U Ponte Grossu bei meinem Freund Toussaint
28. Juli: Ruhetag in der Region Solenzara
Übernachtung auf dem Camping U Ponte Grossu bei meinem Freund Toussaint
29. Juli: von Solenzara nach Bastia
271 km
Übernachtung im Hotel Best Western Montecristo-Bastia
30. Juli: von Bastia nach Centuri und zurück nach Bastia
Ich besuche meine Freunde in Centuri, esse im Le Langoustier und fahre dann gemütlich zurück nach Bastia
Ich habe die Nachtfähre von Bastia nach Savona gebucht.
31. Juli: von Savona nach Mosnang (über den Lukmanierpass)
Kosten der Motorradrundreise um Korsika
Reisekosten
- Fähre hin und zurück (jeweils Nachtfähre mit Kabine): 448.99 €





