Überspringen zu Hauptinhalt

Karfreitagsprozession U Catenacciu

Jedes Jahr an Karfreitag findet in Sartène die Prozession des U Catenacciu statt. Diese Prozession hat seinen Ursprung im Mittelalter. Catenacciu kommt vom Wort „Catena“, was Kette bedeutet. Der rote Büsser trägt dabei ein Holzkreuz durch die engen Gassen der Altstadt und spielt so den Leidensweg Christi nach. An seinem nackten Fuss zieht er eine schwere Eisenkette nach. Die Prozession zieht jeweils viele Gläubige und noch viel mehr Touristen nach Sartène. Die Stadt platzt aus allen Nähten.

U Catenacciu
U Catenacciu
U Catenacciu
U Catenacciu
U Catenacciu
U Catenacciu
U Catenacciu
U Catenacciu Sartène
Sartène

Die Prozession beginnt in der Karfreitagsnacht um 21 Uhr in der Kirche Sainte-Marie. Dort kniet der „Grosse Büsser“ vor dem Altar nieder, an dem das 31 kg (je nach Quelle bis 37 kg) schwere Holzkreuz lehnt. An seinen nackten, rechten Fuss wird eine 14 kg (je nach Quelle auch 17 kg) schwere Eisenkette angelegt, die er auf dem ganzen Weg nach sich ziehen muss. Auf der Place Porta (Place de la Libération) vor der Kirche Sainte-Marie warten die Leute, Pilger und Touristen. Um 21.30 Uhr verlässt der grosse Büsser die Kirche. Er ist in einen leuchtend roten Kapuzenmantel gehüllt. Das Kreuz trägt er nun auf seiner Schulter. Nur der Pfarrer von Sartène kennt seine wahre Identität. Es handelt sich dabei um einen Mann, der für eine schwere Sünde büssen möchte. Hinter dem grossen Büsser geht der kleine Büsser. Dieser trägt einen weissen Kapuzenmantel. Er darf dem grossen Büsser auf seinem Leidensweg behilflich sein, wie einst Simon von Kyrene Christus half. Auf die Identität des kleinen Büssers ist nur dem Pfarrer bekannt. Den beiden folgen zehn schwarz gekleidete Büsser, die einen holzgeschnitzten toten Christus tragen. Im Anschluss daran kommen die Geistlichen und schliesslich die Pilger und Touristen.

Karte wird geladen, bitte warten...

Die Prozession U Catenacciu folgt einem 1.8 km langen Weg durch die Altstadt von Sartène. Der Catenacciu läuft barfuss und zieht die schwere Eisenkette über das Kopfsteinpflaster der Gassen. In den Fenstern der Häuser stehen Kerzen. Wie es Christus auf seinem Leidensweg nach Golgatha tat, so fällt auch der rote Büsser drei Mal zu Boden. Unablässig wird das Lied „Perdono mio Dio“ gesungen, verstärkt durch mitgetragene Lautsprecher. Die Prozession führt erst durch das Quartier Vielle Ville und danach durch das Borgo-Quartier. Sie endet mit der Predigt des Pfarrers auf der Place Porta.

 

Selbst das Fernsehen ist jeweils anwesend und am darauffolgenden Tag informiert der Corse Matin ausführlich über das Ereignis.

U Catenacciu

Tipps für Besucher der Karfreitagsprozession

  • Die Hotels in Sartène sind an Karfreitag meist hoffnungslos ausgebucht. Eine frühzeitige Reservation ist deshalb sehr zu empfehlen. Andernfalls ist ein Ausweichen nach Propriano ratsam.
  • Auch die Restaurants sind an diesem Abend zum Bersten voll. Wer etwas Warmes essen möchte, soll frühzeitig einen Tisch suchen oder diesen bereits am Vortag reservieren.
  • Am stimmungsvollsten ist die Prozession in den engen Gassen der Altstadt. Wer einen guten Platz sucht, geht von der Place Porta durch das Tor des Rathauses und stellt sich dort auf eine der Treppen. Deutlich weniger los ist auf dem Cours Générale de Gaulle und der Avenue Jean Jaures, wo der rote Büsser auch das erste Mal hinfällt. Dort kann man den Büsser problemlos von vorne fotografieren.
  • Wer den Beginn der Zeremonie in der Kirche Sainte-Marie erleben möchte, betritt diese am besten bereits um 20 Uhr oder gar noch früher.
  • Wer das Kreuz und die Kette einmal in Ruhe anschauen möchte: Beides hängt während des Restes des Jahres an der Wand hinten links in der Kirche Sainte-Marie.
An den Anfang scrollen