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Französisches Korsika

Nach dem Sieg der Franzosen wurde Korsika offiziell zur französischen Provinz erklärt. Comte de Marbeuf, dem Sieger der Schlacht, wurde die Regierungsgewalt übergeben. Frankreich begann, die Insel zu vermessen und stellte Karten her. Eine straffe Verwaltung wird aufgebaut, in der viele Franzosen, aber auch Korsen eine Stelle finden. Zu den letzteren gehört auch Charles Bonaparte, einst Sekretär Paolis und jetzt königlicher Gerichtschreiber in Ajaccio. In zwanzig Jahren wächst die Inselbevölkerung um 20%.

Folgen der Französischen Revolution

Am 15. August 1769 wurde in Ajaccio Napoleon Bonaparte geboren. 1789 brach in Paris die Französische Revolution aus, die auch auf der Insel grosses Echo fand. Die Korsen litten, wie die Franzosen, unter hohen Steuerabgaben an das Ancien Régime. Im Rahmen einer allgemeinen Amnestie kehren viele Exilkorsen auf die Insel zurück. Ebenso Pasquale Paoli, der am 14. Juli 1790 in Macinaggio an Land ging und mit Jubel empfangen wurde. Er wollte aber nicht mehr für ein unabhängiges Korsika kämpfen, sondern dafür sorgen, dass die Ideale der Französischen Revolution auf der Insel optimal umgesetzt wurden. Als Präsident des korsischen Departementsdirektoriums machte er sich daran, die neue Ordnung durchzusetzen.

 

Die Auseinandersetzung in Paris zwischen den gemässigten Girondisten und den radikalen Jakobinern warf auch auf Korsika Wellen. Paoli unterstützte die Girondisten und wurde so im korsischen Parlament offen von Napoleon Bonaparte angegriffen, der auf Seiten der Jakobiner stand. Paoli genoss aber die Unterstützung des korsischen Volkes, das Paris den Gehorsam verweigerten. Diese erklärten Pasquale Paoli für Vogelfrei, worauf dieser wieder nach England reiste. Mit britischer Hilfe erobert Paoli zusammen mit Sir Admiral Nelson und dessen Flotte Korsika. Am 10. Juni 1794 wurde die Insel Teil des britischen Königreiches, Sir Nelson Vizekönig Korsikas und Paoli Präsident. Unter dem Druck Frankreichs musste sich England zurückziehen und Paoli ging im Oktober 1795 wieder ins Exil nach London wo er am 15. Februar 1807 starb. So verbrachte der «Babbu di a Patria», der Vater des Vaterlandes 50 seiner 82 Jahre im Exil.

 

Korsika unter Napoleon Bonaparte

Frankreich teilt Korsika 1796 in die Départements Golo (Hauptstadt Bastia) und Liamone (Hauptstadt Ajaccio) auf.

 

Als Kaiser der Franzosen verband Napoleon I. später seine Geburtsinsel aufs engste mit Frankreich. 1811 wurden die beiden Départements von Napoleon vereinigt und Ajaccio zur Hauptstadt der Insel befördert. Die französische Sprache wurde eingeführt.

 

Napoleon kümmerte sich aber nicht um seine Insel. Eine Infrastruktur fehlte bis auf Ajaccio fast gänzlich. Korsika wurde von Paris aus regiert (Zentralismus).

 

1839 reiste Prosper Mérimée als Inspektor historischer Denkmäler Frankreichs nach Korsika. Resultat der Reise ist das Buch „Notes d’un voyage en Corse“ und später auch die Novelle „Colomba“. Sein Reisebericht aber fand keinen Anklang in Paris.

 

1888 wurde die Eisenbahnstrecke Bastia – Corte eröffnet, 1894 sogar bis nach Ajaccio verlängert. Zu der damaligen Zeit galt dies als Meisterleistung der Ingenieure. Das Viadukt Pont du Vecchiu stammt sogar von Gustave Eiffel.

 

Korsika im 1. Weltkrieg

Im ersten Weltkrieg kämpften 100’000 Korsen für Frankreich. 30’000 von ihnen starben, was damals etwa 10% der Gesamtbevölkerung ausmachte. Dies war wirtschaftlich ein herber Schlag. Grosse Flächen an bewirtschafteten Gebieten wurden mangels Arbeitskräfte aufgegeben und von der Macchia überwuchert. Viele Gefallenendenkmale erinnern an die traurigen Verluste zwischen 1914 und 1918.

 

Korsika im 2. Weltkrieg

Während des 2. Weltkrieges wurde die Insel von 80’000 italienischen Söldnern besetzt. Sie wurden aber nicht freundlich empfangen. Der Widerstand, angeführt von G. Scamaroni und J. Nicoli, wurde mit Waffen und Material unterstützt, die mit dem U-Boot Casabianca nach Korsika gebracht wurden. Am 8. September 1943 kapitulierten die Italiener und gaben ihre Waffen ab. Im Rahmen des Rückzuges der Deutschen aus Nordafrika landeten rund 12’000 (nach anderer Quelle sogar 30’000) Soldaten auf Korsika. Die Deutschen machten von der Eisenbahnlinie der Ostküste gebrauch, die sie schlussendlich dann zerstörten. Am 4. Oktober 1943 verliess der letzte deutsche Soldat die Insel. General Charles de Gaulle meinte später in einer Rede, dass Korsika das Glück und die Ehre hatte, das erste befreite Stück Frankreichs gewesen zu sein. Korsika habe nie an eine Niederlage geglaubt.

 

Es gibt Gerüchte, dass der Rommelschatz heute noch vor der Küste des Cap Corse auf dem Meeresgrund liege. Bisher wurde er aber nicht gefunden.

 

1944 rotteten die amerikanischen Truppen mit DDT die Malariamücke in der Ebene von Aléria aus.

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