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Das Niolo

Niolo
Niolo
Niolo
Scala Di Santa Regina
Scala Di Santa Regina Ponte Di L'Accia
Scala Di Santa Regina
Scala Di Santa Regina
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[neue Bilder folgen im August 2020]

 

Das Niolo ist ein breites, auf drei Seiten abgeschlossenes Hochtal, das vom Golo, Korsikas längstem Fluss, durchflossen wird. Unverkennbar ragt die Paglia Orba, das korsische Matterhorn, in den Himmel. Noch heute ist es ein Gebiet der Hirten. Bei Wanderern ist das Niolo sehr beliebt, denn die höchsten Gipfel Korsikas liegen alle in der Nähe. Die spektakuläre Scala di Santa Regina ist der östliche Eingang zum Niolo. Rötliche Granitfelsen zeigen hier schöne Tafoni-Verwitterungen. Ein jahrhundertealter Maultierpfad führt Wanderer durch die Schlucht. Aber auch Baden in klaren Flüssen ist möglich. Auf dem Col de Vergio, Korsikas höchstem Autopass, gibt es sogar ein Skigebiet. Die Dörfer in der Hochebene wirken weniger verschlossen als anderswo auf Korsika.

Das auf drei Seiten abgeschlossene breite Hochtal erreicht man sowohl vom Golf von Porto aus über den Col de Verghio oder von Osten aus durch die spektakuläre Scala di Santa Regina. Von Corte aus fährt man auf der neu ausgebauten T20 Richtung Ponte-Leccia/Bastia bis nach Francardo und biegt dort auf die D84 Richtung Calacuccia/Golf von Porto ab. Schöner, aber zeitaufwändiger ist die Variante über die D13 nach Castirla. Beide Strecken treffen kurz vor der Brücke über den Golo, in Ponte Castirla, zusammen.

Scala di Santa Regina

Nach dem Überqueren der Golo-Brücke fährt man auf der D84 ca. 5 km westwärts bis man die Scala di Santa Regina erreicht hat. Tief hat sich der Golo in den Fels gefressen. Man erblickt tolle Tafoni-Formationen. Die Strasse schlängelt sich durch die Schlucht. Sie ist oft eng und zwei Wohnmobile haben schon Mühe beim Kreuzen. Aufpassen muss man auf die teilweise überhängenden Felsen und auch auf die zügig fahrenden Korsen.

Korsika Rundreise Scala di Santa Regina

Viele begnügen sich damit, die Schlucht einfach zu durchfahren. Das hat sicherlich damit zu tun, dass es nicht viele Parkmöglichkeiten gibt. Ein Halt oder gar eine Wanderung ist aber sehr zu empfehlen, denn muss man sich auf den Verkehr konzentrieren, kann man die Schönheit der Schlucht kaum wahrnehmen.

Einen lohnenden Stopp findet man beim Ruda-Bach, 7.5 km nach Ponte-Castirla. Leider können dort nur zwei bis vier Autos parken. Man steigt rechts den Hang hinauf und erreicht gleich einen sehr schön angelegten Weg. Vor dem Bau der D84 war dieser Maultierpfad die einzige Verbindungsmöglichkeit. Man folgt dem Weg nach links und erreicht nach 250 m eine schöne Brücke über die Ruda. Dahinter führt der Weg über mehrere Kehren steil an. Er führt bis nach Corscia. Bei der Brücke kann man zum Bach hinuntersteigen. Nur wenig oberhalb findet man eine schöne, kleine Badegumpe.

Scala Di Santa Regina Ponte Di L'Accia
Scala Di Santa Regina Ponte Di L'Accia
Scala Di Santa Regina

Schön ist folgende Rundwanderung: Man steigt die Kehren hoch und folgt dem Weg hoch oberhalb der Strasse mit schönem Blick in die Schlucht. Kurz vor Corscia erreicht man die spitze Kurve einer Piste. Dieser folgt man aber nicht, sondern biegt rechts auf einen Fussweg ab. Er führt gut markiert zur genuesischen Brücke von Sottano, die in einem Wäldchen liegend die Ruda überspannt. Hier befindet sich auch der Einstieg zur Canyoning-Tour in der Ruda. Mehr Infos dazu gibt es hier. Der Weg führt oberhalb der Ruda ostwärts. Bald verlässt man das Wäldchen wieder. Der Weg geht noch einen guten Kilometer auf gleicher Höhe weiter. Danach führt der Weg hinunter zum Maultierpfad, den man kurz vor der oben erwähnten Badestelle erreicht. Für die ganze Rundwanderung muss man mit zwei bis drei Stunden rechnen.

Die D84 fährt man weiter durch die Scala di Santa Regina, die man aber bald verlässt. Linkerhand unterhalb der Strasse liegt der kleine Stausee von Corscia. An der Parkmöglichkeit macht ein Schild auf die oberhalb der Strasse liegenden Kletterfelsen von Cuccia aufmerksam.

Biegt man kurz vor Calacuccia rechts auf die D218b ab, überquert man die Staumauer des Calacuccia-Sees. Diese wurde zwischen 1965 und 1968 errichtet. Sie ist 74 m hoch und 265 m breit. Die Strasse führt entlang des Stausees nach Casamaccioli. Hier findet alljährlich vom 8. – 11. September das Fest Santa di Niolo statt. Nebst der Prozession am 8. September sind die Gesangswettbewerbe und die zahlreichen Spezialitätenstände zu empfehlen.

Stausee von Calacuccia

Auf der D218 erreicht man Calacuccia, den Hauptort des Niolo. Hier findet man mehrere kleine Hotels, Gites und Restaurants. Dies, weil der Fernwanderweg Mare a Mare Nord hier durchführt. Auch ein kleines Tourismusbüro fehlt nicht. Im Weiler Sidossi an der D218 nach Casamaccioli können in der Saison Paddelboote gemietet werden.

Fährt man auf der D84 weiter westwärts, gelangt man zum Abzweiger nach Lozzi. Im hoch gelegenen Ort gibt es gleich zwei Campingplätze (Camping L’Arimone und Camping U Monte Cintu), die unmittelbar nebeneinander liegen. Sie sind ein beliebter Ausgangspunkt für die Besteigung des Monte Cintos oder für weitere Wanderungen in der Umgebung. Da die Campingplätze auf über 1000 m Höhe liegen, wird es auch im Hochsommer abends und nachts empfindlich kühl!

Knapp 100 m nach dem Abzweiger nach Lozzi führt linkerhand eine Piste zum Dolmen von Calacuccia, der gut sichtbar mitten auf einer Wiese steht (Privatgrundstück).

Im Kloster Saint-François kann übernachtet werden. Schliesslich erreicht man Albertacce. Hier führt eine schmale Strasse hinauf zum Bergdorf Calasima. Einen guten Kilometer nach Albertacce überquert die D84 den Golo. Hier findet man schöne Bademöglichkeiten. Unterhalb der heutigen Strassenbrücke befindet sich die schöne Genueserbrücke Ponte Altu.

Ponte Alto
Ponte Alto
Ponte Altu
Ponte Altu

Auf den kommenden Kilometern tummeln sich fast immer Schweine auf der Strasse, also Vorsicht! Bald erreicht man den Valdu Niellu, den korsischen Schwarzwald, eines der ausgedehntesten Waldstücke der Insel. Man kommt auch an einem Hochseilgarten vorbei.

Das Forsthaus von Poppaghja ist Ausgangspunkt für die Wanderung zum Ninosee. Der Weg ist häufig begangen und deshalb vorzüglich markiert. Hin und zurück benötigt man rund 4.5 Stunden. Der Ninosee liegt inmitten tiefgrüner, saftiger Matten in einem sanften und breiten Tal. Von hier aus ist auch die Besteigung der Punta Artica möglich. Der Ninosee ist die Quelle des Tavignano, des zweitlängsten Flusses Korsikas. Rund um den See findet man von kleinen Bächlein durchzogene Wiesen, sogenannte Pozzi.

Eine korsische Legende erzählt, dass der Teufel einst mit zwei Ochsen die Wiese pflügen wollte. Der heilige Martin lachte ihn aus, da der Teufel keine gerade Furche hinbekam. Er wurde daraufhin derart rasend, dass er den Pflug mit grosser Wucht nach Norden schmetterte und dort das Capu Tafunatu traf. Das Loch im Berg westlich der Paglia Orba ist heute noch zu sehen. Die beiden Ochsen verwandelte er in Felsbrocken, die ebenfalls heute noch oberhalb des Ninosees stehen.

Die kurvenreiche Strasse steigt stetig an. Gelegentlich hat man großartige Ausblicke über das breite Niolotal sowie die Berge Paglia Orba und Monte Cinto.

4 km vor der Passhöhe parken an der Haarnadelkurve oft zahlreiche Autos. Hier befindet sich der Ausgangspunkt der Wanderung zum Wasserfall von Radule und der gleichnamigen Bergerie. Der Weg ist gut ausgeschildert und folgt eine Zeit lang dem berühmten Fernwanderweg GR20. Oberhalb und unterhalb der Kaskade kann man ein erfrischendes Bad im Golo nehmen.

Cascade de Radule

Weiter Richtung Passhöhe kommt man zur Skistation Castello di Verghio mit seinen Skiliften – diese sind seit 2007 nicht mehr in Betrieb – und dem Hotel, das auch als Etappenstation für die GR20-Wanderer dient. Aber auch Begeher des Mare a Mare Nord kommen hier vorbei, denn die beiden Wege kreuzen sich in der Nähe der Passhöhe.

Kurz darauf erreicht man den Col de Verghio (1478 m), wo eine grosse Christusstatue aus Marmor steht.

Col de Verghio

Hinter dem Col de Verghio führt die D84 über Evisa hinunter zum Golf von Porto.

Bilder des Niolo

Scala di Santa Regina Genueserbrücke Ponte Sottano
Scala di Santa Regina
Scala di Santa Regina
Scala di Santa Regina
Scala di Santa Regina
Scala di Santa Regina Ponte di l'Accia
Scala di Santa Regina
Scala di Santa Regina
Ponte Altu
Ponte Altu
Ponte Alto
Niolo
Niolo
Niolo
Col de Verghio
Cascade de Radule
Cascade de Radule
Stausee von Calacuccia
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